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Betriebliche Altersvorsorge (bAV): lohnt sie sich?

Die bAV klingt erstmal wie ein Geschenk vom Arbeitgeber: du sparst heute Steuern und Abgaben. Der Haken kommt später, bei der Auszahlung. Hier erkläre ich dir ehrlich, wie sie funktioniert, was sie wirklich kostet und ob sie sich bei Lena und Thomas gegenüber einem ETF lohnt. Ohne Fachchinesisch.

Wie sie funktioniert

Bei der bAV wandelt dein Arbeitgeber einen Teil deines Bruttolohns in einen Vorsorgevertrag um. Das nennt man Entgeltumwandlung. Der Clou: dieser Teil geht vom Brutto ab, bevor Steuern und Sozialabgaben gerechnet werden. Du zahlst also heute weniger davon, und genau das ist der Vorteil.

Zwei Grenzen, Stand 2026: bis rund 676 € im Monat ist die Einzahlung steuerfrei, bis rund 338 € auch abgabenfrei. Und der Arbeitgeber muss mindestens 15 Prozent oben drauflegen, weil er selbst Abgaben spart. Viele geben mehr. Dieser Zuschuss ist der entscheidende Hebel, dazu unten mehr.

In der Rente wird der Vertrag ausgezahlt, meist als lebenslange Rente. Und jetzt kommt die Kehrseite: diese Rente wird voll versteuert, und du zahlst darauf die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Nicht die Hälfte wie auf die gesetzliche Rente, sondern alles allein.

Stärken und Haken

Ganz offen beide Seiten:

  • Geschenk vom Chef: der Zuschuss vom Arbeitgeber ist geschenktes Geld. Ab 15 Prozent aufwärts. Das gibt es bei keinem anderen Weg.
  • Sofort-Ersparnis: weil vom Brutto abgeht, kostet dich eine Einzahlung von 150 € netto oft nur um die 70 €. Der Rest ist gesparte Steuer und Abgabe.
  • Volle Abgaben später: in der Rente gehen Steuer plus die vollen Kranken- und Pflegebeiträge ab. Das frisst einen guten Teil des Vorteils wieder auf.
  • Weniger gesetzliche Rente: der abgabenfreie Teil fließt nicht in die Rentenkasse. Du sammelst also ein paar Rentenpunkte weniger und bekommst später etwas weniger gesetzliche Rente.
  • Fest gebunden: das Geld ist bis 62 gebunden und hängt am Job. Beim Arbeitgeberwechsel musst du dich um den Vertrag kümmern. Flexibel ist anders.

Lena und Thomas mit einer bAV

Zur Erinnerung: Lena (30) hatte eine Lücke von rund 1.334 €, Thomas (50) rund 572 €. Beide wandeln 150 € im Monat um. Ich zeige dir, was davon in der Rente wirklich ankommt, nach allen Abzügen und nach der etwas kleineren gesetzlichen Rente. Alle Zahlen mit den Formeln der App gerechnet, im realistischen Szenario und in heutiger Kaufkraft.

Lena wandelt 150 € im Monat um

37 Jahre Zeit. Die 150 € brutto kosten sie netto nur rund 72 €. Der Arbeitgeber legt 15 Prozent dazu. Bis zur Rente wächst daraus ein Kapital von rund 342.000 €.

pro Monat, heutiger Wert Bedarf 2.232 € 898 € 233 € 1.101 € Gesetzliche Rente bAV netto Restlücke

Die bAV zahlt ihr rund 275 € netto im Monat. Davon geht rund 42 € weniger gesetzliche Rente ab, macht netto etwa 233 €. Ihre Lücke schrumpft von 1.334 € auf rund 1.101 €.

Thomas wandelt 150 € im Monat um

Nur 17 Jahre bis zur Rente. Netto kosten ihn die 150 € rund 75 €. Bis dahin kommen rund 66.000 € zusammen.

pro Monat, heutiger Wert Bedarf 1.646 € 1.074 € 489 € Gesetzliche Rente bAV netto (83 €) Restlücke

Bei Thomas bleiben nach allen Abzügen und der kleineren gesetzlichen Rente rund 83 € netto im Monat. Seine Lücke schrumpft von 572 € auf rund 489 €.

bAV oder ETF?

Jetzt der ehrliche Vergleich. Nimm Lenas echten Aufwand von 72 € und steck ihn stattdessen in einen ETF-Sparplan. Ergebnis: der ETF bringt ihr rund 257 € im Monat, die bAV netto rund 233 €. Bei Thomas ist es fast gleichauf, 81 € gegen 83 €. Mit dem Pflicht-Zuschuss von 15 Prozent ist die bAV also kein Selbstläufer, sie liegt ungefähr auf ETF-Niveau.

Der Grund: der schöne Steuervorteil beim Einzahlen wird bei der Auszahlung durch die vollen Kranken- und Pflegebeiträge und die kleinere gesetzliche Rente wieder aufgefressen. Die bAV lohnt sich richtig erst, wenn dein Arbeitgeber deutlich mehr als 15 Prozent dazugibt. Genau das kannst du in der App einstellen und sofort sehen, wie sich die Zahl dreht.

Ein Punkt spricht aber immer für die bAV: sie zahlt lebenslang. Der ETF ist so gerechnet, dass das Kapital bis zur angenommenen Lebenserwartung von 87 reicht, danach ist er leer. Die bAV läuft weiter, egal wie alt du wirst. Das eine ist Flexibilität, das andere Sicherheit ohne Ende.

Realistisches Szenario, KVdR und Beiträge pauschal angenommen, Gehalt wächst wie der Durchschnitt, Arbeitgeberzuschuss 15 Prozent. Beispiele zur Veranschaulichung, keine Prognose und keine Beratung. Die Wege werden nicht dazuaddiert.

Für deine Situation durchrechnen

Ob sich die bAV bei dir lohnt, hängt vor allem am Zuschuss deines Arbeitgebers, an deinem Steuersatz und an deiner Zeit bis zur Rente. In der App stellst du deinen Beitrag und den Zuschuss selbst ein und siehst sofort den echten Nettoaufwand, die Netto-Rente und die kleinere gesetzliche Rente, alles nebeneinander mit ETF und anderen Wegen. Ganz lokal, ohne Anmeldung und ohne Tracking.

Wie genau gerechnet wird, steht offen auf der Methodik-Seite.

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