So rechnet die App
Nachvollziehbar statt Blackbox: Diese Seite zeigt die Formeln, Annahmen und Farben hinter jeder Zahl in der App, mit denselben Diagrammen wie in der App selbst. Sie ist kein Rechner der Deutschen Rentenversicherung und ersetzt keine Renteninformation, für deine tatsächlich erworbene Rente ist deine eigene Renteninformation maßgeblich.
Gesetzliche Rente
Die gesetzliche Rente folgt einer festen, gesetzlich vorgeschriebenen Formel:
Entgeltpunkte sammelst du für jedes Beitragsjahr: 1 Punkt entspricht einem Jahresgehalt in Höhe des Durchschnittsentgelts aller Versicherten. Verdienst du doppelt so viel wie der Durchschnitt, bekommst du in diesem Jahr 2 Punkte; verdienst du die Hälfte, 0,5 Punkte.
42,52 € je Punkt (seit Juli 2026, bundeseinheitlich)
51.944 € (Bezugsgröße für 1 Entgeltpunkt)
1,0 bei Rente mit 67 (abschlagsfrei); niedriger bei Rente ab 63 mit Abschlägen
1,0 (Altersrente)
Von brutto zu netto
Die App zeigt zusätzlich die Netto-Rente: von der Brutto-Rente gehen die Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner ab (Größenordnung rund 12 %, je nach Krankenkasse, Zusatzbeitrag und ob mit oder ohne Kinder), danach die individuelle Einkommensteuer nach deinem Steuersatz. Die folgende Grafik zeigt ein Beispiel mit ungefähren Beträgen.
Werte sind Beispiele zur Veranschaulichung der Größenordnung, keine Prognose für deinen Fall.
Der Bedarf im Ruhestand
Die Lücke ist Bedarf minus Netto-Rente. Der Bedarf, also wie viel du im Ruhestand monatlich brauchst, ist eine persönliche Größe, keine feste Zahl. Die App bietet dafür zwei Wege, statt nur einer pauschalen Prozentregel:
- Einfach: ein Prozentsatz deines heutigen Nettoeinkommens (die verbreitete Faustregel von etwa 80 %). Schnell, aber grob.
- Detailliert: du gehst von deinen tatsächlichen monatlichen Ausgaben aus und ziehst ab, was im Ruhestand wegfällt (zum Beispiel ein abbezahlter Kredit, die wegfallende Sparrate oder selbstständige Kinder), plus einen Sicherheitspuffer. Das ergibt einen realistischeren Bedarf als eine pauschale Prozentzahl.
So siehst du nicht nur eine grobe Quote, sondern konkret, wie viel du im Monat wirklich brauchst.
Rentenlücke im Zeitverlauf
Bedarf und gesetzliche Rente entwickeln sich unterschiedlich: Der Bedarf im Ruhestand steigt mit der von dir angenommenen Inflation, die gesetzliche Rente wächst mit der jährlichen Rentenanpassung. Ist die Inflation höher als die Rentenanpassung, öffnet sich die Lücke Jahr für Jahr weiter.
Wie lange die Rente reichen muss, legst du selbst über die angenommene Lebenserwartung fest (im Beispiel bis 87 Jahre); daraus ergibt sich der Zeitraum im Diagramm.
Beispielhafter Verlauf. Steigungen hängen von deiner angenommenen Inflation und Rentenanpassung ab.
Die Lücke-Matrix
Statt einer einzigen Zahl zeigt die App eine Matrix: Jede Zeile ist ein Rendite-Szenario für deine Sparpläne, jede Spalte eine mögliche jährliche Rentenanpassung. Jede Zelle zeigt, wie viel Überschuss dir am Monatsende bleibt oder wie viel dir fehlt, in heutiger Kaufkraft.
Der Stern ★ markiert das Bezugsszenario: eine realistische Rendite kombiniert mit +2 % Rentenanpassung pro Jahr, nahe am historischen Schnitt.
− = dir fehlt · + = dir bleibt übrig (€/Monat, heutiger Wert)
Heute vs. nominal
Ein Euro in 30 Jahren kauft weniger als ein Euro heute. Die App rechnet deshalb standardmäßig alle künftigen Beträge auf die heutige Kaufkraft zurück: 4.000 € nominal in 30 Jahren entsprechen bei angenommener Inflation nur rund 2.200 € heutiger Kaufkraft. Das macht Beträge über verschiedene Zeiträume vergleichbar und ist realistischer für die Planung, wer sich lieber am tatsächlich ausgezahlten Betrag orientieren möchte, kann jederzeit auf „Nominal" umschalten.
Drei Steuer-Regime
Sparformen für den Ruhestand werden in Deutschland unterschiedlich besteuert. Die App unterscheidet drei Regime:
- ETF-Sparplan: Abgeltungssteuer von 26,375 % (inkl. Solidaritätszuschlag) auf die Gewinne, nach Abzug von 30 % Teilfreistellung für Aktienfonds. Besteuert wird nur der Wertzuwachs, nicht das eingezahlte Kapital.
- Private Rentenversicherung: Bei Auszahlung als Rente wird nur der sogenannte Ertragsanteil (ein altersabhängiger Prozentsatz) mit deinem persönlichen Grenzsteuersatz versteuert, nicht die volle Rente.
- Riester/Altersvorsorgedepot: nachgelagerte Besteuerung, das heißt die Auszahlung wird im Ruhestand mit deinem dann geltenden Einkommensteuersatz voll versteuert (bzw. der Ertragsanteil oberhalb der staatlichen Förderung).
Vermietete Immobilie
Eine vermietete Immobilie behandelt die App als eigene Einkommensquelle für den Ruhestand: die Netto-Miete nach Steuern und laufenden Kosten fließt in die Rentenlücke ein.
- Steuer: Mieteinnahmen zählen als Einkommen und werden mit deinem Grenzsteuersatz versteuert. Abzugsfähig sind unter anderem die Gebäudeabschreibung (AfA) und die Kreditzinsen, das senkt die Steuerlast.
- Kauf: einmalige Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer je nach Bundesland, Notar, Grundbuch, ggf. Makler). Mit Darlehen wirkt der Hebel, Zinsen sind absetzbar, die Tilgung nicht.
- Verkauf: ein Gewinn ist nach 10 Jahren Haltedauer steuerfrei (Spekulationsfrist, §23 EStG).
- Für die Rentenlücke zählt die Miete, die du in der Rente hast, nicht die heutige: läuft der Kredit noch, ist sie anfangs niedriger und später höher. Die App bildet daraus einen Durchschnitt über deine Rentenjahre.
- Laufende Kosten: Instandhaltungsrücklage, Verwaltung und ein Mietausfall (Leerstand oder Zahlungsausfall) werden als Abzug von der Miete berücksichtigt.
Ein realer Immobilienkauf ist komplexer, als ein Modell abbilden kann. Nur vereinfacht oder gar nicht erfasst sind zum Beispiel größere, unregelmäßige Sanierungen, Mieter- und Rechtsrisiko, die geringe Liquidität, das Klumpenrisiko (viel Vermögen in einem Objekt), das Zinsänderungsrisiko bei einer Anschlussfinanzierung nach der Zinsbindung, die regionale Mietentwicklung und die Verkaufskosten. Nutze diesen Teil für Szenarien, nicht als exakte Renditeprognose.
Beispielwerte. Läuft der Kredit noch in die Rente hinein, ist die Miete am Anfang niedriger, die App zeigt den Durchschnitt.
Annahmen & Grenzen
Der gesetzliche Teil der Rechnung folgt der amtlichen Formel und ist belastbar, wenn deine Eingaben (Entgeltpunkte, Renteneintrittsalter, Beitragsjahre) stimmen. Die Hochrechnung über 20 bis 40 Jahre hängt dagegen von Annahmen ab, die du selbst setzt: Gehaltsentwicklung, Rendite deiner Sparpläne, Steuersatz im Ruhestand und Inflation. Kleine Änderungen dieser Annahmen können das Ergebnis über so lange Zeiträume deutlich verschieben, deshalb zeigt die App bewusst mehrere Szenarien statt einer einzelnen Prognosezahl.
Die App vergleicht Kategorien von Vorsorgeformen (gesetzliche Rente, ETF-Sparplan, private Rente, Riester, vermietete Immobilie), nicht konkrete Produkte oder Anbieter. Sie stellt keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung dar.
Hinweis
Alle Ergebnisse sind unverbindliche Hochrechnungen auf Grundlage deiner eigenen Eingaben und vereinfachter, allgemeiner Annahmen. Sie können erheblich von der tatsächlichen Entwicklung abweichen. Eine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität wird nicht übernommen. Details siehe Haftungsausschluss.