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Rentenlücke
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Was ist die Rentenlücke?

Die Rentenlücke klingt technisch, ist aber eine ganz einfache Sache: Es ist der Unterschied zwischen dem, was du im Alter zum Leben brauchst, und dem, was am Ende wirklich bei dir ankommt. Hier erkläre ich dir in Ruhe, was dahintersteckt, warum es sie fast immer gibt und was du damit anfangen kannst. Ohne Fachchinesisch.

Warum es sie überhaupt gibt

Die gesetzliche Rente war nie dafür gedacht, deinen ganzen Lebensstandard zu ersetzen. Sie deckt einen Teil ab, nicht alles. Das ist keine Panikmache, das ist einfach so gebaut.

Dazu kommen zwei Dinge, die langsam wirken, aber sich über die Jahre summieren. Erstens sinkt das Rentenniveau seit Langem Stück für Stück. Zweitens steigen die Preise jedes Jahr ein bisschen, das ist die Inflation. Was heute 2.000 Euro sind, fühlt sich in 30 Jahren viel kleiner an. Beides zusammen sorgt dafür, dass zwischen deiner späteren Rente und dem, was du brauchst, eine Lücke bleibt. Bei den meisten ist die Frage deshalb nicht ob, sondern wie groß.

Wo und wann sie entsteht

Am klarsten sieht man es, wenn man es über die Zeit anschaut. Deine gesetzliche Rente wächst zwar ein wenig, das nennt sich Rentenanpassung. Dein Bedarf wächst aber meistens schneller, weil die Preise stärker steigen. Die Fläche dazwischen ist die Lücke, und die wird mit den Jahren eher größer als kleiner.

mit 67 mit 87 Gesetzliche Rente Lücke Bedarf

So sieht das auch in der App aus. Wie stark die Linien steigen, hängt von deiner angenommenen Inflation und Rentenanpassung ab.

Wie groß ist sie ungefähr

Eine feste Zahl kann dir ehrlich gesagt niemand nennen, weil es von deinem Gehalt, deinem Renteneintritt und deinem Lebensstil abhängt. Ganz grob liegt die gesetzliche Netto-Rente oft bei etwas mehr als der Hälfte deines letzten Nettos, manchmal auch weniger.

Was dir am Ende wirklich fehlt, hängt aber genauso davon ab, wie viel du im Alter ausgeben willst. Jemand mit abbezahltem Haus und ruhigem Leben braucht weniger als jemand, der viel reisen möchte. Genau deshalb bringt eine pauschale Faustregel wenig, und es lohnt sich, das einmal für deine eigene Situation durchzurechnen.

Zwei Beispiele

Damit es nicht abstrakt bleibt, hier zwei ganz unterschiedliche Fälle. Beide sind mit denselben Formeln gerechnet wie die App, du kannst die Werte also selbst nachstellen. Alle Beträge in heutiger Kaufkraft.

Lena, 30, große Stadt

Brutto 48.000 €/Jahr, Rente mit 67, 2 % Inflation, Bedarf 85 % vom Netto, rund 5 bereits erworbene Entgeltpunkte.

Alles in heutiger Kaufkraft, pro Monat Bedarf 2.232 € Gesetzl. Rente 898 € Rentenlücke: 1.334 €/Monat

Lena hat noch 37 Jahre bis zur Rente. Ihre geschätzte gesetzliche Netto-Rente liegt bei rund 898 €, ihr Bedarf bei 2.232 €. Es bleibt eine Lücke von etwa 1.334 € im Monat.

Thomas, 50, kleines Dorf

Brutto 42.000 €/Jahr, Rente mit 67, 2 % Inflation, Bedarf 70 % vom Netto, rund 22 bereits erworbene Entgeltpunkte.

Alles in heutiger Kaufkraft, pro Monat Bedarf 1.646 € Gesetzl. Rente 1.074 € Rentenlücke: 572 €/Monat

Thomas hat schon mehr Punkte gesammelt und braucht auf dem Dorf weniger. Seine Netto-Rente liegt bei rund 1.074 €, sein Bedarf bei 1.646 €. Die Lücke ist mit etwa 572 € deutlich kleiner.

Man sieht: Die Lücke hängt stark davon ab, wie viel du schon eingezahlt hast und wie viel du im Alter wirklich brauchst. Zwei Zahlen, zwei völlig verschiedene Situationen. Genau deshalb lohnt es sich, das für dich selbst zu rechnen statt mit einer Faustregel.

Nur gesetzliche Rente, ohne private Vorsorge. Beispiele zur Veranschaulichung, keine Prognose. Wie man die Lücke schließen kann, kommt gleich.

Was man dagegen tun kann

Die gute Nachricht: Man kann die Lücke schließen, und dafür gibt es mehrere Wege. Jeder hat seine Vorteile und seine Haken, und keiner ist für alle der richtige. Ein kurzer Überblick:

  • ETF-Sparplan: du legst regelmäßig in einen breiten Aktienfonds an und entnimmst später daraus. Flexibel, aber schwankt mit dem Markt.
  • Private Rente: eine Versicherung, die dir ab Rentenbeginn eine lebenslange Monatsrente zahlt. Planbar, aber weniger flexibel. Mehr dazu →
  • Rentenpunkte kaufen: freiwillig in die gesetzliche Rente einzahlen und so die spätere Rente erhöhen. In der App kannst du auch sehen, ab wann sich das lohnt.
  • Vermietete Immobilie: Mieteinnahmen als zusätzliche Einkommensquelle im Alter, mit allem was dazugehört (Steuer, Kosten, Kredit).
  • Altersvorsorgedepot: ein staatlich gefördertes Depot (ab 2027 geplant), mehr Förderung, dafür mit mehr Regeln und weniger Flexibilität.

Zu den einzelnen Wegen schreibe ich nach und nach eigene Seiten. In der App kannst du sie direkt für deine Situation durchspielen und miteinander vergleichen.

Rechne deine Lücke selbst aus

Wenn du wissen willst, wie groß deine Lücke wirklich ist, probier es einfach in der App aus. Sie rechnet alles lokal auf deinem Gerät, ohne Anmeldung, ohne Tracking und ohne Werbung. Die Basis ist kostenlos.

Und wenn dich interessiert, wie genau gerechnet wird, habe ich das offen auf der Methodik-Seite aufgeschrieben, mit Formeln, Werten und Annahmen.

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